Häufige Fragen (FAQ)

Grundsätzliches

Was ist Inhalt und Zweck des Energieausweises?

Der Energieausweis - auch Energiepass genannt - ist ein vierseitiges Dokument mit vorgegebenem Inhalt und Layout. Dieser wird für ein Gebäude und nicht für eine einzelne Wohnung oder eine sonstige Nutzeinheit erstellt. Dem Ausweis sind in den meisten Fällen Empfehlungen zur Sanierung und Verbesserung der Energieeffizienz beizufügen.

Energieausweise geben Auskunft über den Energieverbrauch pro Quadratmeter Nutzfläche und Jahr, ähnlich wie das schon von Energieeffizienzklassen bei Haushaltsgeräten oder dem Durchschnittsverbrauch von Fahrzeugen bekannt ist.

Damit sollen Käufer oder Mieter eine objektive Information darüber bekommen, ob das Gebäude einen hohen oder einen niedrigen Energiebedarf hat. Die politische Erwartung besteht darin, Gebäude mit schlechten Energiekennwerten transparent zu machen, um so den Eigentümer zu energetisch wirksamen Modernisierungen zu motivieren.

Wird der Energieausweis pro Wohnung oder pro Gebäude erstellt?

In Deutschland wird bei einem Energieausweis stets der Energiebedarf bzw. der Energieverbrauch des gesamten Gebäudes zu Grunde gelegt. Der Energieausweis soll zeigen, wie gut die wärmedämmenden Eigenschaften der Außenhülle und die Qualität der Heizungsanlage sind. Die Unterscheidung von einzelnen Wohnungen innerhalb eines Gebäudes ergibt keinen Sinn.

Warum sind im Energieausweis keine Heizkosten enthalten?

Der Energieausweis betrachtet ausschließlich die energetische Qualität des Gebäudes. Die Heizkosten werden demgegenüber von einer Fülle von Faktoren beeinflusst, die nicht vom Gebäudeeigentümer gesteuert werden können. So sind die Heizkosten davon abhängig, ob jemand viel oder wenig heizt oder auch von unterschiedlichen klimatischen Bedingungen der einzelnen Jahre. Zusätzlich werden die Heizkosten von den Energiepreisen beeinflusst, die sich fortwährend ändern. Der Energieausweis soll zukünftige Nutzer von Gebäuden grundlegend darüber informieren, ob bei einem Gebäude tendenziell hohe oder niedrige Energieverbräuche zu erwarten sind.

Welche Folgen hat ein schlechter Energiekennwert?

Energieausweise dienen lediglich der Information. Das wurde bereits im Sommer 2005 im Energieeinsparungsgesetz ausdrücklich verankert. Kein Gebäudeeigentümer kann bei unzureichenden Kennwerten zur Gebäudemodernisierung gezwungen werden.

Rechtliches

Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten zum Thema Energieausweise?

Die gesetzliche Grundlage für die Regelungen zum Energieausweis bildet die Energieeinsparverordnung - auch kurz EnEV genannt. Die EnEV ist bereits seit 2002 in Kraft und wurde zuletzt 2009 novelliert. Mit dieser Novellierung der EnEV wurde diese an die Richtlinie 2002/91EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2002 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden angepasst.

Wer braucht einen Energieausweis?

Jeder Kauf- oder Mietinteressent für eine Wohnung oder ein Haus hat ab Inkrafttreten der neuen Energieeinsparverordnung - unter Berücksichtigung der Übergangsfristen - das Recht auf Vorlage eines gültigen Energieausweises durch den Verkäufer oder Vermieter. Mieter in bestehenden Mietverhältnissen werden keinen Anspruch auf einen Energieausweis haben. Ein Energieausweis ist also nur dann erforderlich, wenn ein Haus oder eine Wohnung verkauft bzw. neu vermietet wird. Bei Neubauten oder Änderungen am Gebäude muss grundsätzlich ein bedarfsbasierter Energieausweis erstellt werden.

Kleine Gebäude unter 50 m² Nutzfläche und nach Landesrecht geschützte Baudenkmäler sind von der Verpflichtung eines Energieausweises ausgenommen. Für Gebäude, die mehr als 1000 m² Nettogrundfläche aufweisen und in denen für eine große Anzahl Menschen öffentliche Dienstleistungen (z. B. Sozialämter) erbracht werden, muss zusätzlich ein Aushang gut sichtbar angebracht werden.

Wie lange gilt der Energieausweis?

Vorgesehen ist derzeit eine Gültigkeitsdauer von zehn Jahren. Wer in dieser Zeit energetische Verbesserungen seines Gebäudes vornimmt, wird allerdings vor Ablauf der zehn Jahre einen neuen bedarfsbasierten Energieausweis erstellen lassen, um die Vorteile gegenüber Käufern und Mietern auch transparent machen zu können.

Welche Rechte können Mieter aus dem Energieausweis ableiten?

Der Energieausweis dient lediglich der Information der zukünftigen Nutzer über die Gesamtenergieeffizienz des Gebäudes. Der Miet- oder Kaufinteressent kann damit verschiedene Gebäude hinsichtlich des energetischen Zustandes vergleichen. Der zukünftige Verbrauch und die entsprechenden Energiekosten des Nutzers lassen sich aus dem Energieausweis jedoch nicht ableiten. Entsprechend lassen sich auch keine Forderungen einklagen oder durch Mietminderung durchsetzen. Der Nutzer hat ebenfalls keinerlei Anspruch auf Umsetzung der im Energieausweis enthaltenen Modernisierungstipps.

Um den Informationscharakter sicherzustellen, sollte der Energieausweis nicht mit dem Mietvertrag bzw. Kaufvertrag in Verbindung gebracht werden. Ein Energieausweis muss nur zugänglich gemacht werden; eine Aushändigung ist nicht notwendig.

Letzte Änderung: 7. Oktober 2009