Information zur Trinkwasserverordnung

Grundsätzliches

Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) aus dem Jahr 2001 wurde zum 1. November 2011 geändert und in Kraft gesetzt. Die Wahrung des Qualitätsstandards des Trinkwassers in Deutschland bleibt auch weiterhin oberstes Ziel dieser Verordnung. Seit diesem Zeitpunkt bestehen für Gebäudeeigentümer verschiedene Pflichten zur Einhaltung der Vorgaben für die Hausinstallation.

Anzeigepflicht nach § 13 TrinkwV

Gegenüber dem Gesundheitsamt bestehen umfassende Anzeigepflichten. Betroffen sind davon unter anderem Hausinstallationen

  • deren Inhalt des Trinkwarmwasserspeichers größer als 400 Liter ist
  • bei denen der Inhalt der Versorgungsleitung zwischen dem Trinkwassererwärmer und der jeweiligen Wasserentnahmestelle mehr als 3 Liter beträgt

Eine nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder auch nicht rechtzeitig erfolgte Anzeige ist unter Umständen eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße belegt werden kann.

Untersuchungspflicht nach § 14 TrinkwV

Bei vermieteten Mehrfamilienhäusern besteht die Pflicht, dass eine Untersuchung des Trinkwassers auf Legionellen erfolgt. Durch die Vernebelung des Trinkwassers bei bspw. Duschen kann es auf diesem Weg zu einer Übertragung kommen. Die Werte der Untersuchung sind dem Gesundheitsamt zur Verfügung zu stellen. Auch muss der Gebäudeeigentümer das Ergebnis zehn Jahre aufbewahren. Die Untersuchung ist jährlich zu erbringen. Sollten innerhalb drei Jahren kein Befund auftreten, kann durch das Gesundheitsamt das Prüfintervall verlängert werden.

Legionellenprüfung, Trinkwasserentnahme

Die Trinkwasserverordnung unterliegt aus gutem Grund dem Infektionsschutzgesetz und dessen strengen Regeln. Die Prüfungen des Trinkwassers und die Planung und Durchführung der vielfach dafür notwendigen baulichen Veränderungen der Trinkwasser-Installation sind sehr aufwändig und bedürfen einer detaillierten Kenntnis der gesamten Installation. Die eigentliche Prüfung des Trinkwassers dürfen nur akkreditierte Stellen vornehmen. Diese verfügen über ein gesondertes Netz von geprüften und geschulten Trinkwasserentnehmern. Jede dieser akkreditierten Stellen muss bestimmte Parameter eines Qualitätsmanagements einhalten und nachweisen. Dies trifft auch für den Wasserentnehmer zu.

Die notwendige bakteriologische Probenahme beinhaltet nach DIN ISO 19458 drei Fälle von Probenahmen aus den Entnahmearmaturen:

  • Probenahme in der Hauptverteilung/im Verteilungsnetz
  • Probenahme an den Entnahmestellen einzelner Verbraucher
  • Probenahme bei Nutzungsbedingung

Details dazu sind weiterhin an anderer Stelle geregelt. Die Probenahme muss an der Vorlauf- und Rücklaufleitung der Zirkulation sowie an der entferntesten Entnahmestelle jedes Steigstranges erfolgen. Hierfür sind feuerfeste Wasserhähne erforderlich.

Das Prüfen von Versorgungsplänen bzw. das Einschätzen und Prüfen der Versorgungsleitungen obliegt ebenfalls der Kenntnis des beauftragten Wasserentnehmers. Chemische und mikrobiologische Wasseranalysen erfordern äußerste Sorgfalt. Bei der Umsetzung der Probenahme sind folgende Punkte zu beachten bzw. durchzuführen:

  • Desinfektion (Abflammen bzw. chemische Desinfektion) der Entnahmestelle
  • Einhalten der Transport-, Lagerzeiten sowie ggf. der Kühlketten
  • Dokumentation der Proben und deren Transportwege
  • Rückkopplung zu Gesundheitsämtern und das Erstellen von etwaigen Notfallplänen

Trinkwasser-Probenahme und Ablesung der Messgeräte für die Heizkostenabrechnung

Die Anforderungen sowohl an die Organisation und Durchführung als auch an das durchführende Personal sind bei der Ablesung der Messgeräte und bei der Trinkwasser-Probenahme sehr unterschiedlich. Bei der Ablesung müssen eine große Zahl von Messgeräten möglichst zeitnah am Ende des Abrechnungszeitraums abgelesen werden. Dabei ist eine Vielzahl von Nutzern betroffen, die für den Zeitraum der Ablesung in ihren Wohnungen sein müssen. Eine Verzögerung bringt den zeitlichen Ablauf unwiederbringlich durcheinander und als Folge sind viele Nutzer nicht mehr anzutreffen. Die Wasserentnahme muss innerhalb eines Jahreszeitraums erfolgen, ist also in der Terminierung deutlich flexibler. Die Tätigkeit an einer Entnahmestelle ist langwieriger als eine Ablesung und kann nicht unterbrochen werden bzw. muss gegebenenfalls komplett wiederholt werden. Termine betreffen nicht alle Nutzer, sondern nur bestimmte Wohnungen. Diese müssen jedoch alle erreicht werden; die Möglichkeit der Schätzung wie bei der Heizkostenabrechnung gibt es bei der Probenahme naturgemäß nicht.

Die Abläufe bei der Erstellung einer Heizkostenabrechnung und bei der ordnungsgemäßen Trinkwasser-Probenahme unterscheiden sich erheblich. Das betrifft sowohl die Planung und Terminierung als auch die Logistik und die Ausbildung der Ausführenden. Aus diesem Grund sieht die BFW Werner Völk GmbH davon ab, die nach der Trinkwasserverordnung nötigen Dienstleistungen anzubieten. Unser Fokus liegt auf der kompetenten Erstellung der Heizkostenabrechnung.

Bauliche Veränderungen

Müssen wegen der Trinkwasser-Probenahme Umbaumaßnahmen in der Heizungszentrale vorgenommen werden, empfehlen wir zu prüfen, ob sich aus der Heizkostenverordnung Handlungsbedarf ergibt, der im gleichen Zuge erledigt werden kann. Insbesondere gilt das für die Überprüfung bzw. den Einbau von Einbaustrecken und Kugelhähnen für die seit Ende des Jahres 2013 notwendigen Wärmezähler für die Bestimmung des Wärmebedarfs der Warmwasserbereitung gemäß § 9 Abs. 2 der Heizkostenverordnung.