Energieausweis

Energieausweis

Pflicht seit 2008

Ob als Energieausweis oder Energiepass bezeichnet: Seit 2008 müssen Verkäufer oder Vermieter im Falle eines geplanten Verkaufs oder einer Vermietung den Kauf- und Mietinteressenten einen Energieausweis für ihr Gebäude vorlegen. Dies gilt ebenfalls für die Verpachtung oder das Leasen von Wohnungen. So sieht es die Energieeinsparverordnung (EnEV) vor.

Änderungen 2014

Mit der Energieeinsparverordnung in der Form, wie sie zum 1. Mai 2014 (EnEV 2014) in Kraft tritt, ergeben sich einige Änderungen, die in einer eigenen Seite zusammengefasst sind.

Inhalt und Zweck des Energieausweises

Der Energieausweis - auch Energiepass genannt - ist ein vierseitiges Dokument mit vorgegebenem Inhalt und Layout. Dieser wird für ein Gebäude und nicht für eine einzelne Wohnung oder eine sonstige Nutzeinheit erstellt. Dem Ausweis sind in den meisten Fällen Empfehlungen zur Sanierung und Verbesserung der Energieeffizienz beizufügen.

Energieausweise geben Auskunft über den Energieverbrauch pro Quadratmeter Nutzfläche und Jahr, ähnlich wie das schon von Energieeffizienzklassen bei Haushaltsgeräten oder dem Durchschnittsverbrauch von Fahrzeugen bekannt ist.

Damit sollen Käufer oder Mieter eine objektive Information darüber bekommen, ob das Gebäude einen hohen oder einen niedrigen Energiebedarf hat. Die politische Erwartung besteht darin, Gebäude mit schlechten Energiekennwerten transparent zu machen, um so den Eigentümer zu energetisch wirksamen Modernisierungen zu motivieren.

Arten von Energieausweisen

Den Energieausweis gibt es in zwei verschiedenen Varianten: als bedarfs- und als verbrauchsorientierten Ausweis. Welcher Ausweis verwendet werden kann, richtet sich nach der Größe und dem Baujahr des Gebäudes.

Der verbrauchsbasierte Energieausweis kann schnell und günstig erstellt werden, da dieser auf bekannten Verbrauchsdaten aus mindestens drei aufeinander folgenden Heizkostenabrechnungen basiert. Beim bedarfsbasierten Energieausweis ist oft eine aufwändigere und deshalb teurere Begutachtung des Gebäudes und der Anlagentechnik vor Ort durch einen zugelassenen Energieberater erforderlich. Die aktuelle Version der EnEV sieht folgende Modelle vor:

  • Bedarfsbasierte Energieausweise werden vorgeschrieben für Neubauten, Umbauten und Gebäude mit weniger als fünf Wohnungen, die mit einem Bauantrag vor dem 1. November 1977 errichtet und nicht mindestens auf das Anforderungsniveau der ersten Wärmeschutzverordnung (WSVO) von 1977 modernisiert wurden. Auch wer künftig Mittel aus staatlichen Förderprogrammen zur energetischen Sanierung seines Gebäudes bekommen möchte, muss einen Bedarfsausweis vorlegen. Für Bestandsgebäude, die ab dem 1.10.2007 modernisiert oder erheblich erweitert wurden oder werden, wenn dabei Berechnungen zum Wärmebedarf für das gesamte Gebäude gemacht wurden oder werden, ist ebenfalls der bedarfsorientierte Energiausweis vorgeschrieben.
  • Verbrauchsbasierte Energieausweise sind in allen anderen Fällen zulässig. Der Gebäudeeigentümer kann jedoch auch freiwillig einen bedarfsbasierten Energieausweis beauftragen.
Überblick über die Ausweisarten

Bild 1: Ausweisart in Abhängigkeit von Typ, Größe und Baujahr des Bestandsgebäudes

Letzte Änderung: 19. Februar 2014